Jahresbericht 2025 Veterinärdienste und Landwirtschaft | 37 Die Zuchtgeschichte der RPL, der einzigen in Mecklenburg- Vorpommern, genauer gesagt in Pommern ursprünglichen Schafrasse, ist ein Auf und Ab, einschließlich eines engagier- ten Einsatzes „kleiner“ Züchter, dass diese Rasse überlebt hat und heute deutschlandweit züchterisch erhalten wird. dem bekannten Lammfleisch ist die Wolle auch der RPL ein durchaus wertvolles Naturprodukt, dass mo- mentan in Nischen Freunde und Verehrer findet, bei verstärkter Nachfrage zur Erhaltung dieser Rasse bei- tragen kann. Abbildung 3: Landwirtschaftsausstellung der DDR 1950, Bock I 774 – Ia-Preis, Preis der Landesregierung Mecklenburg (Foto: Menzendorf, Tierzucht 1950, Heft 12) Abbildung 4: MeLa 2021 – Wollsieger, Haldor DE 01 13 003 22306 (RPL), Naturnahe Landwirtschaft und Landschaftspflege Veit Viel- haber, Boldekow/Zinzow (Foto: Gernot Pohl) Gab es um 1960 mehr als 60.000 Schafe dieser Rasse, die aufgrund ihrer Angepasstheit an karge und raue Standorte gerade in den Küstenregionen zur Woll- und Fleischerzeugung gehalten wurde, führte die Konkur- renz leistungsfähigerer Rassen sowie der intensiveren Landnutzung zu deutlichen Rückgängen, dass Ende der 1980er Jahre nur noch Einzeltiere dieser Rasse zugeordnet werden konnten. Es waren zuvorderst der Züchter Martin Pagel sowie die Züchterfamilien Looks, Klein Zicker, und Westphal, Groß Zicker, die mit Nachdruck in die Entschei- dungsebenen und Konsequenz in den „Restbeständen“ den Wiederaufbau einer Zuchtpopulation bewerkstellig- ten, die den Erhalt dieser Rasse zunächst sicherte. Sukzes- sive schlossen sich weitere Züchter der Erhaltungszucht des RPL an, dass Anfang der 2000er Jahre im LSZV MV um die 50 Zuchten mit ca. 2.200 Zuchttieren bestanden, deren größte bis heute die Familie Westphal, Groß Zicker, stellt. Wegen der Rahmenbedingungen, vor allem der Preisge- staltung im Lämmerverkauf und der Konkurrenz um Wei- deflächen, sowie des ausbleibenden Züchternachwuchses auch bei den RPL sank der Zuchttierbestand auf aktuell 1.269 Schafe im LSZV MV. Der Schafzucht und -haltung wieder mehr Auf- merksamkeit zu verschaffen, sind die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe zum Tier der MeLa 2026 auserkoren, dass unter dieser Überschrift die Vielfäl- tigkeit der Schafhaltung, von den Rassen bis zu den Produkten fassbar gemacht werden kann. Denn neben der bevorzugten Eignung zur Landschaftspflege und Nach Zahl der eingetragenen Zuchtschafe folgen dem RPL mit den Walliser Schwarznasenschafen (10/181), Jacobscha- fen (4/113), Shetlandschafen (3/86), Skudden (4/80) und Coburger Fuchsschafen (6/65) Rassen, deren Zucht in MV überwiegend auf die Vorlieben ihrer Züchter zurückgeht, die sehr vielfältig begründet sind. Erwähnt sei, dass die Skudden, bis 1945 ausschließlich auf kleinsten Höfen im Baltikum zur Eigenversorgung gehal- ten, ihre „letzte“ Heimat in Deutschland gefunden haben und hier auch als historisches Kulturgut gepflegt werden, sowie dass der Gefährdungsstatus der Shetlandschafe dank einer wachsenden Nachfrage an Produkten aus eben der Wolle dieser Shetlandschafe seit über zehn Jahren aufge- hoben ist. Den geringsten Anteil an Zuchttieren erreichen die im LSZV geführten Ziegenrassen. 2025 sind aus 17 Zuchtstätten 132 Zuchtziegen aus sieben Rassen in den Zuchtbüchern ein- getragen gewesen. Die mit 57 Tieren in acht Zuchtbetrieben meisten Zucht- tiere, wenn auch seit 2016 um 75 % zurückgegangen, waren im Zuchtbuch für die Burenziegen eingetragen, die auf Grund ihrer Fleischfülle und Anpassungsfähigkeit größere Verbreitung gefunden haben. Nennenswert ist an dieser Stelle die positive Entwicklung im Bestand der Thüringer Waldziegen (3/41), die durch ihre Robustheit bei guter Milchleistung in Nischen ihren Bei- trag zu regionalen Angeboten leistet.